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KRANKENVERSICHERUNG

Pflegeversicherung

Vorsorge für den Pflegefall — bevor es zu spät ist

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten. Die Pflegelücke beträgt bis zu 2.500€ pro Monat.

5/5— 43+ Bewertungen
2.500€Pflegelücke/Monat
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60€Staatliche Förderung

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Wissen

Was ist die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung ist eine gesetzliche Pflichtversicherung in Deutschland (SGB XI). Jeder Krankenversicherte zahlt automatisch Beiträge in die Pflegekasse — 3,4 % des Bruttoeinkommens (2026), bei Kinderlosen 4,0 %. Im Pflegefall übernimmt die Pflegekasse Leistungen je nach Pflegegrad (1–5).

Das Problem: Die gesetzlichen Leistungen reichen bei weitem nicht aus, um die tatsächlichen Pflegekosten zu decken. Ein Heimplatz in Pflegegrad 3 kostet im Durchschnitt 3.500–4.500 Euro pro Monat — die Pflegekasse zahlt davon nur 1.262 Euro (Sachleistung) oder 573 Euro (Pflegegeld). Den Rest — die sogenannte Pflegelücke — müssen Betroffene oder ihre Angehörigen selbst tragen.

Eine private Pflegezusatzversicherung schließt diese Lücke. Sie zahlt im Pflegefall ein vereinbartes Tagegeld oder eine monatliche Rente — mit freier Anbieterauswahl davon, ob Sie zu Hause oder im Heim gepflegt werden. Mit dem staatlich geförderten Pflege-Bahr gibt es sogar 60 Euro Zuschuss pro Jahr.

Leistungsübersicht

Leistungen

Welche Leistungen bietet die Pflegeversicherung?

01

Pflegegeld

Monatliche Zahlung bei häuslicher Pflege durch Angehörige oder Ehrenamtliche — von 332 € (Grad 2) bis 947 € (Grad 5) pro Monat.

02

Pflegesachleistungen

Ambulante Pflegedienste werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet — von 761 € (Grad 2) bis 2.200 € (Grad 5) monatlich.

03

Tagespflege

Teilstationäre Versorgung tagsüber in einer Einrichtung — zusätzlich zum Pflegegeld oder zu Sachleistungen, um pflegende Angehörige zu entlasten.

04

Kurzzeitpflege

Vorübergehende vollstationäre Pflege (bis 8 Wochen/Jahr) — z. B. nach Krankenhausaufenthalt oder wenn Angehörige eine Auszeit brauchen. Bis 1.774 €.

05

Verhinderungspflege

Ersatzpflege, wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist (Urlaub, Krankheit) — bis 1.612 € pro Jahr für bis zu 6 Wochen.

06

Pflegehilfsmittel

Technische Hilfsmittel (Pflegebett, Rollstuhl) und Verbrauchsmaterialien (Handschuhe, Desinfektionsmittel) — bis 40 €/Monat für Verbrauch.

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Zielgruppen

Wer braucht eine private Pflegezusatzversicherung?

Alle ab 30 Jahren

Je früher Sie vorsorgen, desto günstiger die Beiträge. Ab 30 ist der ideale Zeitpunkt — das Risiko steigt mit jedem Lebensjahrzehnt deutlich.

Sandwich-Generation (40–55)

Wer gleichzeitig Kinder versorgt und alternde Eltern hat, kennt die Doppelbelastung. Eigene Pflegevorsorge schützt die nächste Generation vor finanzieller Last.

Singles ohne Angehörige

Ohne Partner oder Kinder, die pflegen könnten, ist professionelle Pflege oft die einzige Option — und die ist teuer. Private Vorsorge ist hier besonders wichtig.

Selbstständige

Selbstständige haben oft keine Betriebsrente und geringere gesetzliche Ansprüche. Private Pflegevorsorge sichert den Lebensstandard auch im Pflegefall.

Kosten & Preise

Kosten

Was kostet eine private Pflegezusatzversicherung?

30 Jahre, Pflegetagegeld
ab 15–25 €/Monat
40 Jahre, Pflegetagegeld
ab 25–40 €/Monat
50 Jahre, Pflegetagegeld
ab 40–70 €/Monat
Pflege-Bahr (staatl. gefördert)
ab 10 €/Monat

Beiträge abhängig von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und vereinbarter Leistungshöhe. Die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Variante ist besonders günstig, bietet aber eine geringere Absicherung.

Checkliste

Worauf achten beim Abschluss?

Pflegegrade verstehen — Grad 1 (geringe Beeinträchtigung) bis Grad 5 (schwerste Beeinträchtigung)
Pflegelücke berechnen — Differenz zwischen gesetzlicher Leistung und tatsächlichen Kosten
Pflegetagegeld vs. Pflegerente vs. Pflegekosten — die drei Modelle kennen und vergleichen
Wartezeit beachten — meist 0–3 Jahre, in denen kein Leistungsanspruch besteht
Dynamische Anpassung wählen — Leistungen steigen automatisch mit der Inflation
Beitragsbefreiung im Pflegefall — Beiträge entfallen ab einem bestimmten Pflegegrad
Weltweiter Schutz — auch bei Pflege im Ausland (Ruhestand im Süden)
Pflege-Bahr als Basisabsicherung prüfen — staatliche Förderung von 60 €/Jahr mitnehmen
FAQ

Häufige Fragen

Die gesetzliche Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad zwischen 332 € (Grad 2, Pflegegeld) und 2.200 € (Grad 5, Sachleistung) pro Monat. In Pflegegrad 1 gibt es nur den Entlastungsbetrag von 125 €. Die tatsächlichen Kosten liegen deutlich höher — ein Heimplatz kostet im Schnitt 3.500–4.500 €.
Die Pflegelücke ist die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse. In Pflegegrad 3 beträgt sie bei stationärer Pflege oft 1.500–2.500 Euro pro Monat — Geld, das aus eigener Tasche oder vom Vermögen der Angehörigen bezahlt werden muss.
Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung. Der Staat zahlt 60 Euro pro Jahr Zuschuss, wenn Sie mindestens 10 Euro monatlich einzahlen. Die Versicherung darf keine Gesundheitsprüfung durchführen — jeder wird aufgenommen. Die Leistungen sind allerdings begrenzt.
Idealerweise zwischen 25 und 35 Jahren — dann sind die Beiträge am günstigsten und Sie profitieren am längsten von der Ansparphase. Aber auch mit 45 oder 50 lohnt sich der Einstieg noch. Entscheidend ist: Je früher, desto günstiger und desto besser die Konditionen.
Pflegetagegeld zahlt einen festen Betrag pro Tag im Pflegefall — die Höhe hängt vom Pflegegrad ab. Pflegerente (auch Pflege-Rentenversicherung) kombiniert Pflegeschutz mit Kapitalaufbau und zahlt eine monatliche Rente im Pflegefall. Pflegerente ist teurer, bietet aber auch eine Kapitalleistung bei Nicht-Pflege.
Seit 2020 werden Kinder erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro zum Elternunterhalt herangezogen. Darunter springt der Staat ein. Trotzdem: Private Pflegevorsorge entlastet Ihre Familie emotional und finanziell — und bewahrt Ihre freie Anbieterauswahl.

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