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LEXIKON

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall der versicherten Person eine vorab vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Sie dient ausschließlich der finanziellen Absicherung von Familie oder Kreditgebern und hat keinen Sparanteil — dadurch ist sie deutlich günstiger als eine Kapitallebensversicherung.

Die Risikolebensversicherung ist die günstigste Form der Hinterbliebenenabsicherung. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung wird keine Sparkomponente aufgebaut — die gesamte Prämie fließt in die Risikoabdeckung. Dadurch sind die Beiträge vergleichsweise niedrig: Junge, gesunde Nichtraucher sichern sechsstellige Summen oft schon für wenige Euro im Monat ab.

Besonders wichtig ist sie für Familien mit Kindern, Immobilienfinanzierer und Geschäftspartner. Bei Familien sichert sie den Lebensunterhalt der Hinterbliebenen. Bei Immobilien stellt sie sicher, dass die Restschuld im Todesfall getilgt werden kann. Die Versicherungssumme sollte mindestens dem 3- bis 5-fachen Jahresbruttoeinkommen entsprechen — bei laufender Baufinanzierung zusätzlich der Restschuld.

Was kostet eine Risikolebensversicherung? Der Beitrag hängt vor allem von fünf Faktoren ab: Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Raucherstatus, Versicherungssumme und Laufzeit. Raucher zahlen häufig das Doppelte bis Dreifache. Vor Vertragsabschluss steht eine Gesundheitsprüfung — die Fragen müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden, sonst riskiert man den Versicherungsschutz (vorvertragliche Anzeigepflicht).

Die Laufzeit wird typischerweise an den Bedarf angepasst: bis die Kinder finanziell unabhängig sind oder bis die Immobilie abbezahlt ist. Viele Tarife bieten eine Nachversicherungsgarantie, mit der sich die Summe bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen lässt.

Paare können sich über eine verbundene Risikolebensversicherung gegenseitig absichern — das ist oft günstiger als zwei Einzelverträge, hat aber Nachteile beim Vertragsende. Für unverheiratete Paare ist die sogenannte Über-Kreuz-Versicherung interessant: Jeder Partner versichert das Leben des anderen und ist selbst Beitragszahler und Bezugsberechtigter — so lässt sich Erbschaftsteuer auf die Auszahlung vermeiden.

Abzugrenzen ist die Risikolebensversicherung von der Kapitallebensversicherung (mit Sparanteil, heute wegen niedriger Renditen selten empfohlen) und der Sterbegeldversicherung (kleine Summen für Bestattungskosten, lebenslange Deckung). Wer gezielt Hinterbliebene oder einen Kredit absichern will, fährt mit der reinen Risikolebensversicherung fast immer am besten.

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