Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung variieren stark — bei gleicher Rentenhöhe können sich die Kosten zwischen zwei Personen leicht um den Faktor 5 unterscheiden. Das liegt daran, dass Versicherer den Beitrag aktuariell aus 7 Hauptfaktoren berechnen: Beruf (Risikogruppe 1-6), Alter bei Vertragsbeginn, vereinbarte BU-Rente, Laufzeit, Gesundheitszustand, Hobbys/Risiken sowie der Tarif inkl. Bausteine wie Dynamik und Garantien.
Die wichtigste Stellschraube ist die Berufsgruppe. Versicherer teilen Berufe in 4-6 Risikoklassen ein. Akademische Bürotätigkeiten (z. B. Architekt, Jurist, IT-Berater) liegen in der günstigsten Klasse — Handwerker und körperlich tätige Berufe (Dachdecker, Pfleger, Krankenschwester) zahlen oft das 2-3 fache. Dasselbe Gesundheitsrisiko, aber bis zu 300 % höherer Beitrag.
Der zweitgrößte Hebel ist das Eintrittsalter. Wer mit 25 Jahren abschließt, zahlt für dieselbe Leistung über die Vertragslaufzeit oft 8.000–12.000 € weniger als ein 35-Jähriger. Grund: Der Beitrag wird beim Vertragsabschluss kalkuliert und bleibt bei den meisten Tarifen bis Vertragsende konstant. Junge Menschen profitieren zusätzlich von der besseren Gesundheitseinstufung.
Über die Laufzeit lässt sich der Beitrag steuern: Eine BU bis Endalter 67 ist Standard und die einzig sinnvolle Variante — wer bis 60 oder 63 versichert, spart zwar Beitrag, hat aber im wichtigsten Risikoalter (60-66) keinen Schutz. Wir empfehlen immer Endalter 67. Bei der Rentenhöhe gilt: Mindestens 1.500 € sollten es sein, besser 2.000-2.500 €. Faustregel: 70-80 % des Nettoeinkommens.