Zum Hauptinhalt springen
Entscheidung bis Ende 2026 vorbereiten

Riester oder Altersvorsorgedepot?

16 Millionen Riester-Verträge stehen vor der Frage: behalten, Förderung umstellen oder Guthaben übertragen? Hier ist der ehrliche Vergleich — ohne Verkaufsdruck.

Die Ausgangslage

Altes System, neues System — und Ihr Vertrag mittendrin

Mit dem Altersvorsorgereformgesetz endet die Riester-Ära: Ab dem 1. Januar 2027 gibt es Neuverträge nur noch im neuen System — als Altersvorsorgedepot oder Garantieprodukt. Bestehende Riester-Verträge laufen dank Bestandsschutz weiter, als wäre nichts gewesen.

Trotzdem sollten Riester-Sparer jetzt rechnen: Die neue Förderung ist transparenter und für viele höher, die Produkte sind günstiger und flexibler. Ob sich Behalten, Umstellen oder Übertragen lohnt, hängt von Garantiezins, Rentenfaktor, Kosten und Restlaufzeit Ihres Vertrags ab.

Illustration: Waage mit klassischem Sparschwein auf der einen und grünem Wachstums-Depot auf der anderen Seite — Riester und Altersvorsorgedepot im Vergleich
Direktvergleich

Riester-Rente vs. Altersvorsorgedepot

MerkmalRiester-Rente (Bestand)Altersvorsorgedepot (ab 2027)
Grundzulage175 € bei vollem Mindesteigenbeitrag: grundsätzlich 4 % des maßgeblichen Vorjahreseinkommens, höchstens 2.100 € inkl. Zulagen; mindestens 60 €Beitragsproportional: 50 Cent/€ bis 360 €, 25 Cent/€ bis 1.800 € — max. 540 €
Kinderzulage300 € (Geburt ab 2008) bzw. 185 € (davor) je Kind1 € je gespartem Euro, bis 300 € je Kind — unabhängig vom Geburtsjahr
Berufseinsteigerbonus200 € einmalig (unter 25)200 € einmalig (unter 25)
BeitragsgarantieGarantie von Beiträgen und Zulagen zu Beginn der AuszahlungsphaseWahlfreiheit: Depot ohne Garantie oder Garantieprodukt mit 80/100 %
AnlageAnlage und Sicherung unterscheiden sich je nach VertragZugelassene Anlagen, etwa ETFs und Fonds — Chancen und Verlustrisiken
AuszahlungVerrentungspflicht (bis zu 30 % Einmalentnahme zu Rentenbeginn)Wahl: lebenslange Leibrente oder Auszahlungsplan bis mind. 85 (vererbbar)
Kosten & WechselAbschluss-, laufende und Wechselkosten im konkreten Altvertrag prüfenNeue Regeln zu Kostenverteilung und Wechsel; Standarddepot mit Effektivkostengrenze. Gesamtkosten des konkreten Angebots prüfen
Geförderte EinzahlungBis 2.100 € inkl. ZulagenBis 1.800 € plus Zulageanspruch im Abzugsrahmen; 2.340 € ohne Kinder und mittelbaren Ehepartner. Einzahlbar bis 6.840 €
BesteuerungNachgelagert (Auszahlung wird versteuert)Nachgelagert — Ansparphase steuerfrei

Quelle: Altersvorsorgereformgesetz / FAQ des Bundesfinanzministeriums, Stand 05.09.2026.

Unsicher, was die Tabelle für Ihren konkreten Vertrag bedeutet?

Unabhängig, kostenlos, ohne Verkaufsdruck — wir sagen auch, wenn Sie nichts ändern sollten.

Kostenloses 15-Minuten-Gespräch
Ihre Möglichkeiten

Drei Optionen für Ihren Riester-Vertrag

Option 1

Riester-Vertrag behalten

Verträge mit Abschluss vor dem 01.01.2027 genießen Bestandsschutz: alte Förderung, alte Garantien, alles läuft weiter. Sinnvoll bei hohem Garantiezins, gutem Rentenfaktor oder kurz vor dem Ruhestand.

Option 2

Im Altvertrag auf die neue Förderung umstellen

Per einfacher Erklärung an den Anbieter wechseln Sie nur die Fördersystematik — der Vertrag selbst bleibt unverändert. Achtung: Dieser Schritt ist unumkehrbar; ob die neue beitragsproportionale Zulage für Sie höher ausfällt, sollte vorher gerechnet werden.

Option 3

Guthaben in einen neuen Vertrag übertragen

Sie nehmen Ihr Riester-Guthaben förderunschädlich mit in ein Altersvorsorgedepot oder Garantieprodukt — ohne Rückzahlung erhaltener Zulagen. Dabei können allerdings Wechsel- und Abschlusskosten anfallen; der Kostenvergleich entscheidet.

Wichtig: Der Wechsel in die neue Fördersystematik ist unumkehrbar — ein Weg zurück in die alte Riester-Förderung ist gesetzlich ausgeschlossen. Und: Niemals vorschnell kündigen, sonst sind Zulagen und Steuervorteile weg.

Faustregeln

Wann sich welche Option tendenziell lohnt

Eher behalten

  • Alter Vertrag mit hohem Garantiezins (bis 4 %)
  • Attraktiver garantierter Rentenfaktor
  • Rentenbeginn in wenigen Jahren
  • Geringverdiener, der mit kleinem Beitrag volle alte Zulagen erhält

Eher umstellen oder übertragen

  • Lange Restlaufzeit (15+ Jahre bis zur Rente)
  • Teurer Altvertrag mit schwacher Rendite
  • Wunsch nach ETF-Anlage ohne Garantiebremse
  • Eigenbeitrag unter dem bisherigen Mindesteigenbeitrag — neue Zulage greift ab 120 €

Das sind Faustregeln, keine Beratung — die Entscheidung hängt an den konkreten Zahlen Ihres Vertrags. Genau dafür gibt es unseren kostenlosen Bestandscheck: Wir lesen Ihre Standmitteilung, rechnen beide Varianten durch und sagen Ihnen ehrlich, ob Ihr Vertrag bleiben sollte.

Kostenloser Riester-Bestandscheck

Schritt 1 / 2

Senden Sie uns kurz Eckdaten zu Ihrem Vertrag (Anbieter, Abschlussjahr, Beitrag) — wir prüfen Garantien, Kosten und Förderung und sagen Ihnen, ob behalten, umstellen oder übertragen für Sie rechnerisch vorne liegt.

🔒 Keine Werbeanrufe · 100 % kostenlos · Versicherungsmakler mit freier Anbieterauswahl

FAQ

Häufige Fragen zum Riester-Übergang

Nein — auf keinen Fall vorschnell. Für alle Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz: Sie laufen mit der bisherigen Förderung unverändert weiter. Eine Kündigung wäre in vielen Fällen sogar teuer, weil Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssten (förderschädliche Verwendung). Prüfen Sie stattdessen in Ruhe die drei Optionen: behalten, Förderung umstellen oder Guthaben übertragen.

So wird aus drei Optionen eine begründete Entscheidung

1. Vertrag und Förderung getrennt bewerten. Ein Vertrag kann gute Garantien haben, obwohl die neue Förderung vorteilhafter wäre. Umgekehrt kann die alte Fördertechnik bei kleinem Eigenbeitrag und mehreren Kinderzulagen besser passen. Der reine Vergleich „175 € gegen 540 €“ lässt die dafür nötigen Eigenbeiträge außer Acht.

2. Den tatsächlichen Übertragungswert verwenden. Für einen Wechsel zählen aktueller Übertragungswert, noch anfallende Kosten, aufgegebene Garantien und Konditionen des neuen Vertrags. Vergangene Abschlusskosten sind nicht durch einen Wechsel automatisch rückholbar. Eine höhere angenommene Rendite allein gleicht den Verlust alter Rechte nicht sicher aus.

3. Die Restlaufzeit ernst nehmen. Kurz vor der Auszahlung sind Garantien und eine verlässliche Rentenleistung besonders sorgfältig abzuwägen. Bei langem Anlagehorizont bleibt trotzdem das Risiko von Verlusten bestehen. Neue Produkte dürfen ab 01.01.2027 angeboten werden; erst konkrete Angebote erlauben einen Kostenvergleich.

4. Nicht zwei Fördersysteme zugleich einplanen. Wer neben einem ruhenden Altvertrag einen neuen geförderten Vertrag abschließt, wechselt nach der BMF-Erklärung in die neue Fördersystematik; der Bestandsschutz der alten Förderung endet. Beitragsfreistellung ist daher kein Weg, beliebig beide Zulagensysteme parallel zu nutzen.

Diese Angaben brauchen Sie für den Bestandscheck

  • Letzte Jahresmitteilung, Vertragsbeginn und gewünschter Rentenbeginn.
  • Aktueller Übertragungswert, garantierte Leistung und garantierter Rentenfaktor.
  • Heutiger Eigenbeitrag, zugeordnete Kinderzulagen und maßgebliches Vorjahreseinkommen.
  • Laufende Kosten, Kosten einer Übertragung und Auswirkungen einer Beitragsfreistellung.

Über den Autor

Thomas Dewein

Thomas Dewein

Fachwirt für Versicherungen & Finanzen (IHK Ulm) · DVA-zertifiziert

Seit über 18 Jahren Versicherungsmakler mit freier Anbieterauswahl in der Region Ulm. Thomas Dewein vergleicht über 250 Versicherer und berät Privat- wie Gewerbekunden persönlich.

Zum Makler-Profil